Hauskauf auf Mallorca und Deutschland: das sind die Unterschiede

Finca

Der Kauf einer Immobilie auf der Sonneninsel Mallorca ist der Traum vieler Menschen, die sich mit dem Wunsch tragen, dort zeitweilig oder ganz zu leben. Hier gibt es einige Punkte zu beachten, vor allem im Unterschied zu einem Hauskauf in Deutschland.

Die spanische Steuernummer

Ohne die sogenannte N.I.E., die Identifikationsnummer für Ausländer in Spanien, sind nahezu keine geschäftlichen Transaktionen auf der Insel möglich. Das gilt nicht für den Kauf eines Hauses, sondern auch für Bankkonten, Versicherungsabschlüsse und insgesamt Verträge aller Art. Die Antragsstellung wird stets bei der Ausländerbehörde in der Hauptstadt Palma vorgenommen. Hierzu muss online ein Termin vereinbart werden.

Ein Girokonto in Spanien

Um ein Haus zu kaufen, ist das Einrichten eines Girokontos erforderlich. Der Kaufbetrag wird in Form eines Bankschecks, der zu einem spanischen Finanzdienstleister gehört, unmittelbar beim Termin mit dem Notar gezahlt. Sollte kein spanisches Konto vorhanden sein, wird es deutlich komplizierter. Eine alternative Option wäre der Transfer des Geldes über ein bestehendes deutsches Bankkonto an den spanischen Anwalt des Käufers. Dieser hat dann die Möglichkeit, den erforderlichen Scheck über sein eigenes Konto zu überweisen. Wer diese Regelung wünscht, sollte den Anwalt gut kennen und sich entsprechend absichern, bevor das Geld angewiesen wird.

Der Kauf einer Finca

Wer ein eigenes Haus auf Mallorca kaufen möchte, wünscht sich häufig eine Finca. Im Gegensatz zu einem Häuserkauf in Deutschland ist hier nicht bei jedem verfügbaren Objekt gewährleistet, dass es sich um ein legal gebautes Haus handelt.
Wer generell auf Nummer sicher gehen möchte, entscheidet sich für einen seriösen Immobilienmakler, der in der Lage ist, die Legalität der Finca nachzuweisen. Die landesübliche Regelung besagt, dass eine Finca vor 1956 gebaut worden sein muss, um in jedem Fall legal zu sein. Für Objekte mit einer späteren Bauzeit ist der Bestandsschutz zu beachten (acht Jahre).

Die erforderlichen Unterlagen

Für einen Hauskauf in Deutschland sind verschiedene Unterlagen erforderlich, darunter beispielsweise ein aktueller Grundbuchauszug, der Energieausweis, die amtliche Flurkarte und die Wohnflächenberechnung. Auf der Insel Mallorca sind ebenfalls konkrete Unterlagen Pflicht, darunter:

  • Bescheinigung der Bewohnbarkeit (für sanitäre Einrichtungen, Strom, Gas und ähnliche)
  • Grundbuchauszug
  • Energieausweis
  • Katasterauszug
  • Zehn-Jahres-Versicherung (Seguro Decenal, Bauschädenversicherung)

Die Berücksichtigung der Nebenkosten

Wie auch in Deutschland ist es beim Kauf eines Hauses auf Mallorca immer erforderlich, bestimmte Nebenkosten zu entrichten, die unbedingt ins Budget mit eingerechnet werden sollten. In Deutschland sind dies vor allem die Notarkosten inklusive Eintrag ins Grundbuch, die Grundsteuer, die Grunderwerbssteuer und die Kosten für gewünschte Versicherungen. Bis zu 15 Prozent sollten in Deutschland für Nebenkosten berücksichtigt werden.
Auf Mallorca gibt es vergleichbare Nebenkosten, darunter der Betrag für den Immobilienmakler und den Notar, darüber hinaus die Beurkundungssteuer, die Grunderwerbssteuer, die gemeindebezogene Wertzuwachssteuer und die Kosten für den Grundbucheintrag. Die gesamten Nebenkosten liegen bei etwa zehn bis 15 Prozent.